Ein vorerst letztes Hallo aus Kanada!
Ich sitze gerade in Vancouver in unserem Hotelzimmer und habe nochmal ein bisschen Zeit zum Schreiben.
Seit Freitag ist ziemlich viel passiert. Am Samstag waren wir wandern am Bear Beach, wo ich letztes Jahr schon mit Mark und Franzi hiken war. Wir hatten tollen Wetter und der Hike erschien mir um einiges leichter als letztes Jahr, was wohl hauptsächlich daran lag, dass wir letztes Mal 35 lb backpacks dabei hatten. Landschaft war natürlich mal wieder super, ich hab einige tolle Fotos gemacht. Als Belohnung für den Hike wollten Mark und Diego auf dem Rückweg noch an ihrem Lieblingsburgerrestaurant vorbei, wo sie einen „Ultimate Burger“ essen wollten. Wenn in Nordamerika schon ein urger das Prädikat „ultimate“ verdient, muss da schon ordentlich was drauf sein. Während ich einen normalen Cheese Burger hatte, haben die beiden Jungs je einen „Ultimate Burger“ gegessen. Hauptzutat für diesen Burger ist Fleisch: zwei Burger-Patties, einige Scheiben Bacon, ein aufgeschnittenes Würstchen, Käse und noch ein bisschen Gemüse. Wie die beiden das in den Mund bekommen haben, ist mir ein Rätsel. ;-)
Sonntag habe ich mich mit Catharina getroffen. Eigentlich wollten wir ja in die Mayfair Mall, meine Lieblingsmall, und wir haben uns schon so gefreut, dass der Parkplatz so leer war, was sich allerdings erklärte, als wir in der Tür ankamen: Ostersonntag war die Mall geschlossen!
Okay, dachten wir, dann gehen wir halt zur Bay Mall in downtown Victoria, es muss ja wenigstens eine Mall aufhaben. Dort angekommen mussten wir jedoch feststellen, dass auch diese Mall zuhatte, also haben wir uns erst mal einen Frust-Starbucks-Kaffee gegönnt. Anschließend sind war dann einfach durch die Straßen und sonstigen Läden von Victoria gelaufen und hatten noch einen Lunch bei der Noodle Box. Am Nachmittag habe ich dann meine Familie im IMAX getroffen und wir haben uns zwei Filme auf der Leinwand, die ca. 10x so groß wie eine normale Kinoleinwand ist, angeschaut.
Montag habe ich Cindy hauptsächlich mit den Vorbereitungen für das abendliche Turkey-Dinner geholfen. Ich hatte letzte Woche mit Mark ein 25 lb Turkey gekauft, das war allerdings so groß, dass wir uns erst mal einen anderen Topf besorgen mussten, da der Größte, den wir zuhause hatten, nicht ausgereicht hat. Abends kam dann die ganzen Verwandten meiner Gastfamilie und haben uns geholfen, das Turkey zu vertilgen. Es ist allerdings immer noch die Hälfte da! ;-)
Dienstag war ich wieder in der Schule, leider mein letzter Tag. In PE haben wir an unseren Tänzen weitergearbeitet, ich bin ziemlich froh, dass ich am Donnerstag nicht mit vortanzen muss. Ich glaube aus, dass mein Tanztalent den Tanz nicht unbedingt bereichern würde! ;-)
In Foods mussten wir nur Aufgaben zu Vitaminen, Fettsäuren, Proteinen, usw. machen und haben nicht gekocht. In meiner anderen PE Klasse im C-Block haben wir Baseball gespielt, was obwohl wir im Regen draußen gespielt haben und ich nur ein T-Shirt und Shorts anhatte, total viel Spaß gemacht hat. In Outdoor Ed haben die anderen mal wieder Gelegenheit dazu gehabt, ein Dinner zu dehydrieren und anschließend haben wir weiter an unserem Assignment, verschiedene Kleidungsstücke zu vergleichen, weitergearbeitet.
Nach der Schule war ich bei meinem ehemaligen Judo-Team, um auch dort nochmal Hallo zu sagen.
Leider musste ich mich heute schon wieder von meiner Schule, meinen Lehrern und meinen (neuen) Freunden verabschieden. Schon wieder Tschüss sagen, von der Schule, die mir gezeigt hat, wie viel Spaß Schule machen kann, schon wieder sich von meinen supernetten Lehrern und Freunden verabschieden. Aber das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich hier zu Besuch war, denn wie meine Gastmutter so treffend gesagt hat: „You are addicted to Canada now!“ ;-)
Lau.ra - 28. Apr, 02:41
... wie kann es sonst sein, dass ich schon über eine Woche hier bin?!?
Ich bin auch die ganzen nächsten Tag in die Schule gegangen, dafür stehe ich sogar freiwillig früh auf, den Jetlag hatte ich nämlich ziemlich schnell überwunden.
Dienstag war ich auch wieder bei PE, Foods und Outdoor Ed, anschließend habe ich Bryony und Christina getroffen, die ich noch vom letzten Jahr kenne und die gerade in Victoria studieren. Mit einem Franzi-und-Franzi-Gedenk-Chai-Tea-Latte und einer Menge an Gesprächsstoff ging die Zeit ziemlich schnell rum.
Mittwoch war ich dann auch wieder in der Schule. In PE wurden wir in Gruppen eingeteilt, bis nächste Woche Donnerstag sollen wir nämlich einen dance entwickeln und einstudieren. Meine Gruppe hat sich für das grauenvolle Lied Friday entschieden, aber das tanzen an sich ist ziemlich witzig. Unser Team ist ziemlich witzig und was wir bis jetzt haben, kann sich eigentlich sehen lassen. Schade, dass ich nicht dabei bin, wenn es vorgeführt wird, aber ist vielleicht auch besser so, dann blamiere ich mich nicht beim Vortanzen! ;-)
In Foods haben wir Apple Pie gemacht, der ziemlich lecker war und im C-Block bin ich dann in einen 9er Sportkurs gegangen, das hatte mir die Lehrerin aus dem A-Block vorgeschlagen, die spielen nämlich gerade Volleyball. Die Leute da waren alle ziemlich nett, aber Volleyball spielen konnte da keiner! Wir haben ein Spiel gemacht und ob der Aufschlag rüber ging oder nicht, hmm... ich denke das war mehr Zufall als Technik. Bewegt hat sich auch kaum einer, jeder stand auf seiner Position und hat anscheinend gewartet bis der Ball direkt auf einen zufliegt. Dadurch wurden die Punkte meist dadurch entschieden, ob der Aufschlag rüber ging oder nicht. Wenn ich mich dann mal zwei Schritte zum Ball hinbewegt habe und ihn auf die andere Seite befördert habe, hieß es dann gleich "great job" von allen Seiten. ;-)
In Outdoor Ed haben wir Früchte dehydriert und sind die Was-müssen-wir-tun-wenn-wir-einen-Bären-oder-einen-Puma-sehen-Verhaltensweisen durchgegangen, jene Stunde, die mir letztes Jahr total viel Angst eingejagt hat: Letzendlich haben wir weder einen Bären noch einen Puma von nah oder weit weg gesehen. Nach der Schule war ich mal wieder in Sidney mit ein paar Freunden und abends habe ich mich noch im Panorama, dem Fitnessstudio, zum Training verabredet.
Donnerstag haben wir in PE an unserem Tanz weitergearbeitet, in Foods haben wir Canadian Pancakes mit Maple Syrup und Schlagsahne und Eier mit Bacon gegessen. Seeehr kalorienhaltig, aber ein klasse Frühstück! ;-)
In PE 9 haben wir dann wieder Volleyball gespielt und anscheinend haben manche gemerkt, dass man sich bei Volleyball durchaus bewegen kann, es ging nämlich viel besser und es sind sogar ein paar vereinzelte Ballwechsel erfolgt!
In Outdoor Ed haben wir einen kleinen Traininghike zu einem Aussichtspunkt gemacht. Nach der Schule war ich das erste Mal wirklich in Victoria shoppen. Eigentlich wollte ich noch mit zwei Freunden zu meiner Lieblingsfischbude gehen, aber die war leider schon geschlossen. Also sind wir zur Noodle Box gegangen, war auch lecker.
Freitag war leider schulfrei wegen Karfreitag. Zuerst war ich mit Mark und Diego im Supermarkt einkaufen, was seeehr anders war, als mit Cindy einkaufen zu gehen. Die beiden standen ewig lange vor den Donuts und haben darüber beraten, welche Hot Dogs, Donuts oder welche Pizza sie jetzt kaufen sollen, aber auf meinen Einwand, dass wir keine Eier haben, meinte Mark nur, dass er nicht für's Einkaufen zuständig sei, wir sind eigentlich nur hergekommen, um Donuts und Hot Dogs zu kaufen! ;-)
Danach habe ich mich mal wieder mit Freunden in Sidney getroffen, wo wir zum Strand gegangen sind und die Sonne genossen haben, auch wenn es hier nicht so warm ist, wie in Deutschland.
Lau.ra - 22. Apr, 19:16
Hallo meine lieben Leser!
Es ist schon ein Dreivierteljahr her, dass ich das letzte Mal in meinen Blog geschrieben habe. Es gab auch nichts wirklich viel Berichtenswertes im letzten halben Jahr, außer dass mich die deutsche Schule im Vergleich zur kanadischen richtig frustriert hat. Kein Outdoor Ed, kein Foods, keine open-book-tests mehr...
Aber am Freitag bin ich schon in der Mitte der dritten Stunde aus der Schule gegangen, denn mein Flug nach Vancouver sollte schon mittags rausgehen.
Am Flughafen habe ich dann Elisa getroffen, die auch von Januar - Juli 2010 da war und ebenfalls ihre Gastfamilie besuchen wollte. Durch Zufall saßen wir sogar im Flieger nebeneinander, sodass die 10h Flug ziemlich schnell rumgingen. Als wir durch die Wolken geflogen sind und endlich die Skyline von Vancouver und die verschneiten Berge im Hintergrund gesehen haben, konnten wir gar nicht mehr aufhören zu grinsen und uns zu freuen, dass wir fast wieder an unserem zweiten Zuhause angekommen sind. ;-)
In Vancouver angekommen haben wir uns dann getrennt, ich musste nämlich noch meinen Anschlussflug nach Victoria bekommen.
Die 22 Minuten, die man nach Victoria mit dem Flugzeug braucht, gingen auch schnell rum, doch leider war der Überflug über die verschiedenen Inseln vor Vancouver Island nicht so toll, es waren einfach zu viele Wolken, um etwas sehen zu können.
Das Wiedersehen mit meiner Gastfamilie war umso toller, es war sooo schön, sie mal wieder in die Arme schließen zu können, anstatt sie immer nur am Telefon zu hören. Wieder Zuhause angekommen, habe ich dann festgestellt, dass sich eigentlich nicht viel geändert hat. Mein vorher quietschpinker Raum ist nun grün-braun gestreift, da meine Gasteltern nun einen 13-jährigen Mexikaner als Gastschüler haben, und auch das Haus hat einen neuen Anstrich bekommen. Mehr habe ich allerdings nicht gemacht, denn der Jetlag hat dafür gesorgt, dass ich schon um 8:30pm Ortszeit total erschöpft ins Bett gefallen bin.
Am nächsten Tag habe ich dann erst mal die wichtigsten Besorgungen gemacht, wie zum Beispiel meine Handykarte wieder aufladen. Außerdem habe ich nachmittags Sebastian getroffen, der gerade in Victoria zur Schule geht und den ich noch aus Deutschland kenne. Zusammen mit ihm und einem weiteren Freund von ihm war ich bei meiner Lieblingsfischbude am Hafen von Victoria.
Sonntag war eher ein Gammeltag. Abends habe ich dann das erste Mal wieder für meiner Gastfamilie gekocht und gebacken: Chicken-Curry und Pumpkin-Raisin-Cookies.
Heute habe ich entschlossen, mal wieder meine alte Schule zu besuchen. Von den Schülern kenne ich allerdings kaum noch jemanden, da ich die meisten Fächer in grade 12 hatte und auch alle meine Freunde letztes Jahr Abschluss gemacht haben. Allerdings wollte ich meinen Lehrern mal Hi sagen und schauen, was meine Schule so macht.
Gleich nachdem ich in die Schule kam, bin ich gleich dem Counsellor in die Arme gefallen, der sich total gefreut hat, dass ich mal wieder die Schule besuchen. Nach einem kurzen talk mit ihm, habe ich mich dann auf die Suche nach anderen Menschen gemacht, die ich kenne. In der gym habe ich dann meinen alten Outdoor Ed Lehrer getroffen, der sich auch, wie eigentlich jeder heute gefreut hat, mich wiederzusehen. Nicht weniger habe ich mich gefreut, alle wiederzusehen, es war wieder mal wie "nach Hause kommen". In Block A war ich dann in einem PE 11 girls Kurs bei meiner ehemaligen Softballtrainerin, wo wir Badminton gespielt haben. Dort habe ich auch gleich ein paar nette Deutsche kennengelernt, mit denen ich die Pause verbracht habe. Als ich mich mit ihnen unterhalten habe, habe ich erfahren, dass sie auch Outdoor Ed 12 haben und ebenfalls im Mai den West Coast Trail hiken werden. Daraufhin wurde eine Menge über die Vorbereitung gesprochen und ich habe begeistert von meinem Trip letztes Jahr erzählt. Irgendwie habe ich mir in dem Moment total gewünscht die Zeit zurückzudrehen und den Trip auch noch mal zu bestreiten, das war wirklich eines der Highlights meiner Zeit in Kanada!
Im B Block bin ich dann mit in Foods gegangen, wo ich meine Foodslehrerin vom letzten Jahr getroffen habe. Wir haben Quiche gemacht und danach wie immer gegessen und das war auch gut so, ich hatte nämlich keinen Lunch dabei, da ich nicht erwartet habe, so lange zu bleiben. Im C Block war ich dann in Psychologie mit noch anderen Deutschen, aber da die Schüler eigentlich nur Aufgaben machen sollten, war das ziemlich langweilig. Ich habe mich eigentlich nur mit einer anderen Deutschen oder mit meinem Psychologie-Lehrer unterhalten, was aber auch gut war. Im D Block war ich dann mit dem Outdoor Ed Kurs Kanu fahren. Als unser Lehrer erzählt hat, was die nächsten Wochen so ansteht (Stove Check, Tent Check, Tarp Check, Peer Check, Parents Check, Instructor Check and so on), kam mir das alles sehr vertraut vor! ;-)
Danach sind wir Kanu fahren gegangen, was wie auch letztes Jahr jedes Mal super schön war.Da ich keine non-cotton-clothes dabei hatte, hat mir eine von den netten Mädels eine Hose geliehen, meine Cotton-Sachen habe ich unter der Regenjacke versteckt. ;-) Der Ozean mit den verschneiten Bergen im Hintergrund, den Bäumen links und rechts und ein paar Seelöwen auf Felsen, alles das sah mal wieder klasse aus! Ich liebe Kanada! ♥
Nach der Schule bin ich dann mit den netten Deutschen noch kurz auf ein Dairy Queen Eis nach Sidney gefahren und habe mir meine Bustickets besorgt. Anschließend bin ich nach Hause und habe Abendessen für meine Familie gemacht.
Alles in allem war es ein klasse Tag, ich habe mich wieder so zuhause gefühlt, es war als wäre ich nochmal Schüler hier. Ich habe mich super gefreut alle Lehrer mal wiederzusehen und jeder hat sich so gefreut mich zu sehen. Schade allerdings, dass keiner meiner Freunde vom letzten Jahr dabei war, dafür habe ich aber einige andere sehr nette internationale Schüler kennengelernt.
Morgen werde ich auch wieder in die Schule gehen, wahrscheinlich auch die ganzen zwei Wochen, wo ich da bin, ich wurde von jedem herzlich in den Unterricht eingeladen. ;-)
Ich hätte ja nie gedacht, dass ich mal in meinen Ferien freiwillig in die Schule gehe, aber kanadische Schule ist einfach super. :-) Außerdem kann ich mir meine Fächer jeden Tag neu aussuchen und mal hier und da reinschauen.
Lau.ra - 19. Apr, 03:15
Seit meinem letzten Blogeintrag ist viel Zeit vergangen. Ich eine super schöne Zeit mit meiner Familie auf unserer Rundreise, die uns von Vancouver über Victoria (wo meine Eltern gerne hin auswandern würden), Tofino ( whale watching), Whistler (Mitaustragungsort der olympics 2010), Kamloops (am besten streichen....), Clearwater (somewhere in the middle of nowhere, Wells Gray Provincial Park), Jasper (viel zu touristisch), Banff (irgentwann hat man dann auch genug von Seen, Wasserfällen und Bergen) nach Calgary. Von dort ging es dann nach fast 6 Monaten für mich zurück nach Deutschland. Der Kulturschock fing schon an der Passkontrolle an, wo die Polizeibeamte noch nicht einmal ein "Guten Morgen" über die Lippen gebracht hat, während der kanadische Sicherheitsbeamte sich köstlich über Leonies Rucksackinhalt amüsiert hat, nämlich ca. 30 Flaschen Nagellack, die nicht ordnungsgemäß in den Plastiktüten für Flüssigkeiten verpackt waren.
Inzwischen bin ich seit gut einer Woche zuhause und es kommt mir so vor, als wäre Kanada schon ewig weit weg, genau wie mir damals am Anfang in Kanada es so vorkam, als wäre ich schon Monate da, obwohl es gerade erst ein paar Tage waren.
Hiermit werde ich heute meinen Blog leider beenden, da mein deutsches Leben jetzt nicht unbedingt so spannend ist, dass man darüber im Internet berichten müsste :-)
Vielen Dank an meine treuen Leser, ich hoffe euch hat mein Blog gefallen!
Lau.ra - 2. Aug, 16:30
Am Freitag Morgen hat mich meine Gastfamilie zum Flughafen gefahren. Ich war nicht die einzige, die an diesem Tag fliegen sollte, der Flughafen war gefüllt mit deutschen Austauschschülern. Mein Flug ging um 12:30, der von meinen ganzen Freunden aber erst um 13 Uhr. Die meisten meiner kanadischen Freunde waren auch zum Flughafen gekommen um goodbye zu sagen. Plötzlich waren es nur noch 5 Minuten, bis ich durch die security musste und schweren Herzens und unter vielen Tränen, habe ich mich von meinen Freunden verabschieden müssen. Immerhin musste ich mich nicht auch noch von meiner Gastfamilie verabschieden, da hieß es erstmal "See you next Tuesday". Am Miniairport von Victoria habe ich dann auf mein Flugzeug gewartet, was ca. 20 Minuten Verspätung hatte - das ist mehr Zeit, als der Flug überhaupt lang war! In Vancouver angekommen, habe ich mich samt Marschgepäck für 4 Tage - meine großen und stark übergewichtigen Koffer hatte ich noch zuhause bei meiner Gastfamilie gelassen - habe ich mich auf den Weg gemacht, um Mama, Papa und Leonie abzuholen. Die Wiedersehensfreude war natürlich nach mehr als 5 Monten unheimlich groß, auch wenn ich immer noch unheimlich traurig über den Abschied von meinen Freunden war. Nachdem wir ins Hotel gefahren sind, sind die drei erstmal um 7 Uhr abends eingeschlafen - kein Wunder nach dem Jetlag. Allerdings bin ich ja seit mehr als 5 Monaten in der Zeitzone drin, also war es ziemlich langweilig für mich und am nächsten Morgen wurde ich natürlich um 5 schon wieder aus dem Bett geschmissen....
Lau.ra - 7. Jul, 19:47
Gestern Abend hat der Canada Day für mich eigentlich schon angefangen. Abends sind wir bei wunderschönem Wetter, zum Glück nicht so heiß wie gerade in Deutschland, nach downtown Sidney gelaufen, wo an der waterfront ein Feuerwerk stattfinden sollte. Es war richtig voll, ganz Sidney muss gekommen sein, doch da wir schon fürhzeitig da waren, haben wir mit unseren drei Campingstühlen ganz gute Plätze gekommen. Um 10:20 ging's dann los. Das Feuerwerk wurde von einem Schiff auf dem Meer abgefeuer. Mit dem Meer war das ganze natürlich eine wunderschöne Kulisse.
Der Morgen heute hat mit dem traditionellen Pancake Breakfast gestartet. Im Gemeindezentrum gab's pancakes und maple syrup für alle. Danach sind wir erstmal nach Hause und ich habe die Zeit genutzt, um die letzten Sachen aus meinem Zimmer noch in meinen eh schon ziemlich überfüllten Koffern zu stopfen. Immerhin habe ich sie zubekommen :-)
Um die Mittagszeit haben wir uns dann auf den Weg nach Victoria gemacht. Ich wollte an der sogenannten "living flag" teilnehmen. Es wurden Leute in roten und weißen Shirts gesucht, die sich auf dem Rasen vor dem Parlamentsgebäude zu einer Kanada Flagge aufstellen wollen. Während die ganze Flagge die Nationalhymne "O Canada" gesungen hat, wurde von einer riesigen Feuerwehrleiter ein Bild aufgenommen. Da wir hungrig waren, haben wir uns danach auf zum "Taste of Victoria" gemacht, angeblich sollte es da Essen von der ganzen Welt geben. Pustekuchen: Es gab eine Burger Bude, eine Bude mit ukrainischen Essen und einen Mexikaner. Wir haben uns für den Mexikaner entschieden und haben unsere Tacos auf einer Wiese nahe dem Hafen gegessen. Mein Gastvater wollte danach noch unbedingt in den Outdoor Store, ehe wir wegen dem unheimlich schlechten Wetter heute (grau und Nieselregen...) uns schon früher als geplant auf den Weg nach Hause gemacht haben.
Lau.ra - 2. Jul, 07:21
Die Canadian Tourism Comission hat anlässlich des heutigen 143. Geburtstags Kanadas eine Website eröffnet, auf der Kanadier über Beiträge auf dem Internet-Portal Twitter auf interaktive Weise zeigen können, wie stolz sie auf ihr Land sind. Die kleinen Männchen sind im laufe des Tages einmal quer durch Kanada "gelaufen", von St. John's - ganz im Osten - bis nach Victoria - mein Zuhause, was ganz im Westen ist. Zu finden ist die Website
hier.
Lau.ra - 1. Jul, 18:54
Zwei riesige Koffer, die kaum noch zugehen, obwohl ich noch eine Menge in meinem Zimmer rumliegen habe, stehen in meinem Zimmer. Die Fotos sind schon alle von den Wänden und mein Kleiderschrank, der vor ein paar Tagen noch vor Klamotten fast platzte, ist jetzt merkwürdig leer. Die letzen Tage hier in Sidney sind für mich angebrochen. Die ersten Deutschen fliegen morgen schon noch Hause, für die meisten geht es am Freitag wieder zurück zu ihren richtigen Familien. Ich habe ja zum Glück noch ein bisschen Zeit, bis ich Goodbye zu Kanada sagen muss, das genaue Datum ist der 21. Juli, aber nachdem ich vor fast zwei Wochen mich von der Schule verabschieden musste, häufen sich jetzt die Abschiede von Freunden. Alicia ist letzten Sonntag schon gefahren und zu meinen restlichen Freunden, Deutschen und Kanadiern, muss ich am Freitag am Flughafen tschüss sagen, denn dann geht auch mein Flieger, wenn auch nicht zurück nach Frankfurt, sondern nur nach Vancouver, wo ich Mama, Papa und Leo abholen werde.
Ich werde in letzter Zeit ganz oft gefragt, ob ich mich denn auf zuhause freuen würde, oder ob ich lieber hierbleiben würde. Ich freue mich unheimlich auf zuhause, da ich Familie und Freunde alle wiedersehen werde, ich freue mich wieder, in meinem Zimmer zu leben, ich freue mich, wieder jemanden zu haben, der meine Wäsche und mein Bett macht und der mein Zimmer saugt (Fühlt euch gedrückt, Mama und Papa :-) ), ich bin unheimlich gespannt, Chicco, unseren neuen Hund, den ich noch nicht kenne, zu sehen, usw. Die Liste könnte ich unendlich weiterführen. Mindestens genauso lang ist aber auch die Liste mit den Gründen, warum ich nicht nach Hause möchte. Allen voran heißt es natürlich Abschied nehmen von Familie und Freunden hier, außerdem habe ich, nachdem ich jetzt ein halbes Jahr in Kanada zur Schule gegangen bin, überhaupt keine Lust mehr in Deutschland zur Schule zu gehen, auch wenn ich mir bewusst bin, dass Fächer wie Outdoor Ed und Foods nur zum Spaß sind, und es damit jetzt nicht weitergehen kann. Eins ist aber sicher: Ich werde auf jeden Fall zurückkommen!
Auch relativ oft werde ich gefragt, ob ich verlängern würde wenn ich könnte. NEIN! Ich hatte eine supertolle Zeit hier, die ich um nichts in der Welt rückgänging machen oder bereuen würde, aber irgendwann ist genug. Verlängern würde den Abschied ja nur aufschieben. Außerdem haben alle meine kanadischen Freunde Abschluss gemacht und meine deutschen Freunde fliegen auch nach Hause, sodass ich kaum noch einen kennen würde, wenn ich noch länger auf der Schule bleiben würde.
Und wie heißt es so schön: Man soll aufhören wenn's am schönsten ist.
Lau.ra - 30. Jun, 07:55
Nach Vancouver hatte ich nur kurz Zeit, meine Sachen auszupacken, denn am frühen Abend ging es für mich mit dem Bus nach Victoria. Schon im Bus habe ich eine Menge von 12er von meiner Schule getroffen, die ich teilweise nur vom sehen kannte. In Victoria haben wir dann noch mehr Leute getroffen, sodass wir schließlich eine Gruppe von 22 Leuten waren. Das Laser Tag Centre war direkt in downtown Victoria. Zuerst haben wir uns in Teams aufgeteilt, dann ging es in die Arena. Ich hatte keine Ahnung was Laser Tag überhaupt ist, und ich denke, die meisten von euch wissen es auch nicht, also erklär ich es mal kurz. Das ganze ist wie Paintball, nur ohne Farbe und es tut nicht so weh ( "Pussy-Paintball" - Zitat Mareike :-) ). Das ganze wird drinnen gespielt in einer Art Labyrinth und es ist natürlich dunkel, damit man den Laser sieht. Man wird mit Westen und Laserpistolen ausgestattet und muss sich gegenseitig abschießen. Es gibt zwei Teams und wer am Ende die meisten Gegner abgeschossen hat, hat gewonnen.
Es hat super viel Spaß gemacht, wir sind gerannt, haben uns versteckt, haben vor Schreck geschrien, wenn jemand von hinten anschlichen kam, und haben natürlich wie wild geschossen.
Danach hat sich die Gruppe getrennt, die eine Hälfte wollte Fußball spielen gehen und die andere Hälfte, der meine Freunde und ich angehörten, haben sich auf die Suche nach was Essbarem gemacht. Nach einer Noodle Box haben wir acht uns dann auf den Weg zu Alicias Haus gemacht, denn wir haben beschlossen eine Art Abschieds-Sleepover bei ihr zu haben. Alicia, die in Quesnel, im Norden von BC wohnt und ihr letztes Schuljahr in Sidney verbracht hat, fährt nämlich am Sonntag schon nach Hause.
Bei ihr zuhause angekommen haben wir uns dann bei lauter Musik (ich dachte, dass jeden Moment sich ein Nachbar beschweren könnte, aber anscheinend hat es keinen gekümmert...) in den Garten gesetzt und haben ein Feuer gemacht. Alicia hatte eine Menge Spaß dabei, ihre Schulsachen, vorallem Chemie und Mathe zu verbrennen :-) Dazu gab es natürlich Smores, geröstete Marshmallows zwischen Schokokekse gequetscht. Very yummy :)
Um 2 Uhr haben wir das ganze dann nach drinnen verlagert. Mit heißer Schokolade hatten wir dann eine Menge Spaß - bis es schließlich halb 5 war. Dann haben wir beschlossen, dass wir eigentlich ganz wach bleiben können und zum Strand gehen um uns den Sonnenaufgang anzuschauen. Einfach nur gigantisch!!
Um sieben war ich dann zuhause und habe erstmal bis halb zwei geschlafen.
Lau.ra - 27. Jun, 03:44
Mittwoch morgen haben wir ganz gemütlich die 9 Uhr Fähre von Swartz Bay zum Tsawwassen Ferry Terminal genommen. Nach der ca. 1 1/2 stündigen Fährfahrt haben wir die öffentlichen Verkehrsmittel, Bus und Bahn, genommen und sind so schließlich nach Downtown Vancouver gelangt. Nachdem wir unsere Sachen im Hotel abgeladen haben, war es auch schon um die Mittagszeit und wir haben uns auf die Suche nach einem Restaurant zum Mittagessen gehabt. Hauptkriterium dabei war für Anna, Mareike und mich, natürlich ein Fernseher im Restaurant, da zu dieser Zeit gerade das Deutschland-Ghana Spiel lief.
Satt und glücklich über den Sieg unserer Mannschaft haben wir uns anschließend auf den Weg zum Science World Museum gemacht. Dort haben wir ganze 2 1/2 Stunden verbracht, das ganze war nämlich super interessant. Allerlei interessantes Zeug zum Selbstausprobieren rund um das Thema Naturwissenschaften.
Anschließend ging es dann mit der Fähre, einem kleinen Tuckerboot, nach Granville Island, wo ein süßer kleiner Markt ist. Dort sind wir ein bisschen durchgeschlendert, doch da die meisten Stände und Shops schon um 7 zumachen und wir schon ein bisschen spät waren, sind wir relativ schnell wieder zurückgefahren.
Am nächsten Morgen haben wir uns mit dem Skytrain auf den Weg in die Metrotown Centre Mall gemacht. Das Ding ist RIESIG, anders kann man es nicht beschreiben. Ich verlaufe mich ja immernoch in meiner Mall in Victoria, die ich bis dato auch für groß gehalten habe, aber die Metrotown Mall ist mindestens 10 mal so groß! Zeit zum Powershopping :-)
Gegen Mittag haben wir uns im Foodcourt getroffen, der natürlich auch riesig ist, jede erdenkliche nordamerikanische Fast Foods Kette war da vertreten. Cindy hat beschlossen nach Hause zu fahren, da sie müde war, und wir haben vereinbart, sie abends um 6 im Hotel zu treffen.
Nach einer weiteren Stunde shoppen hatten Anna, Mareike und ich aber auch genug und wir haben beschlossen, dass wir von Vancouver auch ein bisschen mehr sehen wollen, als nur Mall. Also sind wir mit dem Skytrain nach Chinatown gefahren, wo wir ein bisschen rumgeschlendert sind und uns verschiedene Shops mit getrockneten Entenköpfen, Hühnerfüßen und allerlei anderen undefinierbaren Köstlichenkeiten. Um 6 Uhr haben wir uns dann mit Cindy wieder getroffen.
Am nächsten Morgen sind wir wieder früh raus, da wir schon eine frühe Fähre nehmen wollten, Anna und ich mussten nachmittags nämlich schon wieder zuhause sein. Also sind wir gleich nach einem guten Tim Hortons Frühstück (Tim Hortons ist der kanadische Starbucks, nur besser ;-) ) gleich zum Skytrain gegangen. Da wir dann allerdings doch noch ein bisschen früh waren, sind wir nochmal durch die Pacific Centre Mall geschlendert, die direkt neben der Skytrain Station ist. Danach ging wieder zurück zur Fähre und mit dieser dann zurück nach Sidney.
Lau.ra - 27. Jun, 00:21
In einer Viertelstunde geht es los. Cindy, Mareike, Anna und ich fahren fuer drei Tage nach Vancouver! Auf dem Programm steht hautsaechlich sight-seeing und shoppen. Ein ausfuerlicher Bericht folgt wahrscheinlich am Freitag, wenn wir in unserer Jugendherberge kein Internetzugang haben.
Lau.ra - 23. Jun, 17:03
Der letzte Schultag fing für mich schon um 4:30 an. Und das ging schon mal nicht gut los. Anna und Mareike haben bei mir übernachtet, damit wir zusammen um 4:30 Deutschland - Serbien schauen konnten. Naja das Ergebnis kennt ihr ja alle. Dann ging es heute ein letztes Mal mit dem Bus in die Schule. Dort angekommen ging es zu meiner letzten Psychologie Stunde, die wir mit dem gleichen Film vom vorherigen Tag verbracht haben. In Outdoor Ed hat jeder eine DVD mit allen gebrannten Bildern vom West Coast Trail bekommen. Über 1800 Fotos. Den Rest der Stunde hat jeder mit dem Unterschreiben von Jahrbüchern verbracht. Die letzte Mittagspause dann habe ich mit meinen deutschen und kanadischen Freunden, für die es übrigens auch der letzte Schultag war, da sie ja alle Abschluss gemacht haben, draußen auf der Laufbahn bei wunderschönem Wetter verbracht. Zu Mathe musste ich gar nicht mehr erscheinen, also habe ich die Zeit genutzt und bin nochmal durch die Schule geschlendert. Schon komisch zu wissen, dass du das jetzt alles nicht mehr sehen wirst, wo du doch inzwischen so vertraut mit allem bist und die irgendwie zuhause fühlst. In foods haben wir auf einer riesigen Leinwand das Spiel England- Algerien geschaut und haben dabei alles gegessen, was wir noch so gefunden haben - Popcorn, Gnocchi, Cornflakes, Muffins, Kekse, etc. Kurz vor Ende der Stunde haben wir uns alle von unserer Foods Lehrerin verabschiedet, sie hat uns alle noch einmal ganz fest gedrückt und bei einigen sind die Tränen ganz schön geflossen. Bei mir auch, allerdings nicht ganz so stark wie bei manch anderem. Nach dem Klingeln wurde über die Schullautsprecher "School is out for the summer" gespielt und ich bin nochmal zu unserem Counsellor gegangen, um mich auch von ihm zu verabschieden. Oh mein Gott, das war so ein schreckliches Gefühl, zu wissen, dass ich jetzt erstmal nicht so schnell an diesen wunderbaren Ort, mit dem ich inzwischen so viele unvergessliche Erinnerungen verbinde, zurückkomme und selbst wenn, wird es nicht das gleiche sein, meine Freunde werden nicht da sein und ich werde auch kein Parkland Schüler mehr sein.
Obwohl ich wegen des wenigen Schlafs totmüde war, bin ich nach der Schule noch mit Franzi und Franzi nach Sidney gefahren. Nach einem Starbucks Coffee sind wir zum Pier gegangen und haben Fotos gemacht. Wir hatten uns nämlich vorgenommen, unbedingt ein Foto mit unseren Parkland Pants mit den Panther Tatzen auf dem Po drauf zu machen, was wir somit erledigt hätten. Danach bin ich nach Hause gefahren und habe mich direkt nach dem Abendessen totmüde aufs Bett geschmissen. Als ich aufgewacht bin, war es neun Uhr morgens :-)
Lau.ra - 20. Jun, 07:57
3. letzter Schultag - oh Gott, wenn ich daran denke, sträubt sich bei mir jedes einzelnes Haar. Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so wenig auf die Sommerferien gefreut.
In Psychologie musste heute jeder sein Jahresendprojekt vorstellen. Mein Thema war Teenage Depressions. Die Präsentation war gut, ich habe volle Punktzahl - allerdings hat das, weil unser Lehrer heute gut drauf war, wie er uns erklärt hat, jeder :-)
In Outdoor Ed machen wir jetzt gar nichts mehr. Gestern haben wir unsere Collage vom West Coast Trail fertiggestellt, die jetzt bei uns in der Schule im Gang hängt. Mein Abenteuer ist als für immer in der Schule verewigt ;-) Jeder Outdoor Ed Jahrgang hat eine Collage gemacht, die in diesem Gang hängt, wo in einem großem Bilderrahmen alle unsere wunderbaren Erinnerungen an den Trip hängen unter der Überschrift "West Coast Trail 2010". Das war unsere letze Aufgabe, heute mussten wir einfach nur kommen, unseren Namen als anwesend abhaken lassen, und durften wieder gehen. In meinem Spare habe ich die Gelegenheit genutzt um in Internet ein bisschen von der WM zu verfolgen. Ich saß mit Ashley, Bryony und Alicia in der library und je näher die Mittagspause kam, desto länger wurde die Schlange vor der Bücherei. Der Grund war nicht etwa die vielen spannenden Bücher, nein genaugenommen war es ein Buch - das PARKLAND 2010 YEARBOOK! Heute kam es raus und natürlich wollte es jeder haben. Nordamerikanische Jahrbücher sind was ganz besonderes: Unseres hatte den stolzen Preis von 42$, dafür ist es aber auch ziemlich dick, fest gebunden und es wurde eine ganze Menge Arbeit reingesteckt. In der Lunch-Break, war die Ausgabe für grade 11 und 12, ich musste, da ich grade 10 bin noch bis nach der Schule warten. Der Andrang war, wie schon gesagt riesengroß, die Schlange ging bis zur Cafeteria, das sagt euch jetzt zwar nichts, aber das ist ziiiiieeemlich lang ;-) Sobald alle 11er und 12er ihr Exemplar davon hatten, ging die "Autogrammstunde" los. Jeder schreibt bei jedem was ins Jahrbuch - Erinnerungen, gute Wünsche, was auch immer. Ich weiß nicht, in wie viele Jahrbücher ich heute geschrieben habe :-)
In Mathe hatten wir letztmals Zeit uns auf das Examen vorzubereiten. Ich habe mich vorbereittet genug gefühlt und habe mir lieber Mikos Jahrbuch durchgelesen. Redaktionsschluss war leider schon vor den Osterferien, aber immerhin bin ich sogar auf einem Foto drauf.
In Foods mussten wir uns heute das lab mit der Fit & Fun Klasse teilen, die Karottenkuchen gebacken hat (Ich weiß jetzt nicht, was Karottenkuchen zur Fitness beitragen soll, ich nehme mal an, dass das eher unter den Part "Fun" fällt), während wir Käse-Schinken-Toasts im Waffeleisen gebacken haben.
Nach der Schule habe ich mir dann erst noch mein Jahrbuch abgeholt, ehe es für mich in das Matheexamen ging. Warum das nach der Schule ist, weiß ich auch nicht. Nach einem vollen Schultag noch eine 3 1/2 stündiges Examen schreiben? Das wäre, wie wenn man sein Mathe Abi im Anschluss an einen 8 Stunden-Schultag schreibt!
Ich glaube, ich habe mich ganz gut geschlagen, mal sehen, was bei rauskommt. Danach bin ich mit Miko nach Hause gebusst und war schließlich um 8 Uhr abends zuhause.
Lau.ra - 17. Jun, 06:34
Eigentlich wollte ich um 10 Uhr gestern morgen noch liegen bleiben, aber da ich um 11 Uhr schon Besuch von Franzi und Mareike bekommen habe, habe ich mich "schon" aus dem Bett geschält. Wegen den 9 Stunden Zeitverschiebung war das Deutschlandspiel bei uns schon um 11:30. Wir hatten alle viel Spaß beim Bejubeln der Deutschen Tore. Leider kommt hier in Kanada nicht wirklich WM-Stimmung auf, die Kanadier sind nicht qualifiziert und die meisten interessieren sich für Hockey und nicht für Fußball. Die Spiele werden zwar live übertragen, allerdings vermisse ich das WM-Feeling doch ein bisschen: Keine Grill-und-Fußball-Abende, keine leer gefegten Straßen während den Spielen, keine Schreie in der ganzen Nachbarschaft, wenn ein Tor fällt, keine Autokorsos,... Trotzdem werde ich mir ganz bestimmt alle Spiele anschauen, auch wenn das Spiel am Freitag um 4:30 am Morgen anfängt...
Nachmittags war ich dann mit Franzi und meinen Gasteltern Kayak fahren. Das ganze unterscheidet sich doch ein bisschen vom Kanu fahren, vorallem was die Steuerung betrifft. Wir haben sogar ein paar interessante Tiere von ganz nah auf unserer zweistündigen Tour gesehen, u.a. Seelöwen, ziemlich viele Quallen und einen riesigen Weiß-Kopf-Adler! Das Wetter war klasse und es hat super viel Spaß gemacht!
Lau.ra - 15. Jun, 06:06
Am Donnerstag war es endlich soweit, der Tag, auf den alle meine kanadischen Freunde gewartet haben, war endlich gekommen. Parkland graduatet. Die kanadische Grad ist mal wieder ganz anders als unser deutsches Abi: Das ganze verläuft viel stressfreier, die wirklich einzigen Sorgen der Kanadier sind "Welches Kleid ziehe ich an?", "Wo lasse ich mir die Haare machen?", "Welche Schuhe ziehe ich an?" und "Wie lasse ich mir die Haare machen?". Um in Kanada Abschluss machen zu können, braucht man ein paar Pflichtkurse (z.B. Planning 10, Mathe 11 und Englisch 12) und dann noch genügend Credits. Credits bekommt man für alle Fächer, die man belegt, sogar für Oudoor Ed und foods. Schweißtreibende Abschlussprüfungen, wie in Deutschland, gibt's nicht. Die kanadischen Grads bekommen ihre Diplome sogar bevor sie die Examen geschrieben haben.
Am Donnerstag war also der Grad-Tag gekommen. Dieser Tag ist wahrscheinlich der Höhepunkt der Schulzeit eines kanadischen Schülers. Morgens um 11 geht's los und hört am nächsten Morgen um 6 Uhr auf. Um 11 haben sich alle Grads am Pier in Sidney versammelt, wo sie mit allen Freunden und Verwandten Fotos geschossen haben und sich in ihren Grad-Outfits präsentiert haben. Das Grad-Outfit war im letzten halben Jahr das Hauptgesprächsthema der Abschlussklasse. Da die meisten meiner Fächer eh grade 12 Klassen sind, habe ich den Tag blau gemacht, da es keinen Sinn gemacht hätte, alleine in den Kursen zu hocken. Um 11 habe ich mich also auf den Weg Richtung Pier gemacht, wo schon ziemlich viele grads in ihren meistens wunderschönen Outfits ordentlich Fotos geknipst haben. Auch ich habe einige schöne Fotos mit meinen Freunden gemacht, die Mädels sahen einfach klasse aus. Während ich mich auf den Heimweg gemacht habe, ging für die grads die Party gerade erst los. Abends fand die Zeremonie, wo sie alle ihre Diplome bekommen haben statt, typisch nordamerikanisch natürlich mit den typischen Hüten und Kitteln, ehe es dann den ebenfalls typisch nordamerikanischen Prom die ganze Nacht weiter ging. Das ganze ging dann wohl bis 6 Uhr morgens, sodass am Freitag die Schule ziemlich leer war.Irgendwie hat mir das ganze ziemlich Lust auf mein Abi gemacht, zumindestens auf die Feierlichkeiten, nicht unbedingt die Prüfungen. Allerdings bezweifle ich, dass wir die gleiche Kulisse am Pazifik haben werden.
Lau.ra - 13. Jun, 05:55